Definition
Die Eisheiligen markieren als Bauernregel eine Kältewelle Mitte Mai. Die fünf Tage tragen die Namen christlicher Heiliger: Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und Kalte Sophie (15. Mai). Die Daten ändern sich nie, weil sie an feste Kalendertage gekoppelt sind.
Meteorologischer Hintergrund
Im Mai heizt sich das Festland in der Sonne schnell auf. Nord- und Ostsee bleiben mit Wassertemperaturen um 8 °C kalt. Trifft im Mai zusätzlich Polarluft aus Nordosten ein, drückt diese kalte Luftmasse über das warme Land. Nachts sinken die Werte auf 0 bis 3 °C, in Bodennähe auch in den Minusbereich. Der Deutsche Wetterdienst belegt das Phänomen statistisch über 30 Jahre. Auffällig: Der Kältepeak verschiebt sich seit den 1990ern um wenige Tage nach vorne, auf Anfang bis Mitte Mai.
Regionale Unterschiede
In Norddeutschland treffen Mamertus und Pankratius zuerst ein. Süddeutschland erwischt es spät: Hier sind Bonifatius und die Kalte Sophie die kritischen Tage. Eine grobe Faustregel: Ab dem 16. Mai gilt es in den meisten Regionen als statistisch sicher frostfrei. Wer im Mittelgebirge oder höher wohnt, plant lieber eine Woche Puffer ein.
Was Gärtner beachten
Frostempfindliche Pflanzen kommen erst nach den Eisheiligen ins Freiland: Tomaten, Paprika, Gurken, Zucchini, Bohnen, Basilikum und Geranien. Frostfeste Sorten wie Salat, Radieschen, Zwiebeln, Spinat und Erbsen pflanzt du ab März. Bei akuter Frostwarnung im Mai hilft Vlies (60 g/m²), das du abends locker über die Pflanzen legst und morgens wieder abnimmst. Töpfe und Kästen stellst du für die Nacht an die Hauswand oder ins Treppenhaus.
Häufiger Fehler
Viele Hobbygärtner pflanzen schon Anfang Mai aus, weil die Tage warm sind. Eine einzige Frostnacht reicht und die Triebspitzen der Tomaten erfrieren. Pflanzen wachsen danach zwar weiter, verlieren aber zwei bis drei Wochen Vorsprung. Lieber zwei Wochen länger im Haus vorziehen als nach den Eisheiligen alles nachpflanzen.
Häufige Fragen
Wann sind die Eisheiligen 2026?
Vom 11. bis 15. Mai 2026. Konkret: Mamertus (11.5.), Pankratius (12.5.), Servatius (13.5.), Bonifatius (14.5.), Kalte Sophie (15.5.).
Sind die Eisheiligen jedes Jahr gleich?
Ja. Die Termine sind kalendarisch fix, weil die Heiligennamen an feste Tage gebunden sind. Das Wetter selbst variiert natürlich.
Gibt es jedes Jahr wirklich Frost an den Eisheiligen?
Statistisch in 60 bis 70 Prozent der Jahre. Eine Garantie ist es nicht, aber das Risiko reicht aus, um Tomaten und Paprika lieber zu schützen.
Was tun bei akuter Frostwarnung im Mai?
Vlies (60 g/m²) abends locker über die Pflanzen legen, morgens wieder abnehmen. Töpfe an die Hauswand stellen oder über Nacht reinholen.
Verschieben sich die Eisheiligen durch den Klimawandel?
Der Kältepeak rutscht seit den 1990ern um wenige Tage nach vorne. Die Heiligentage bleiben aber als Faustregel sinnvoll, weil späte Frostnächte weiterhin auftreten.