Definition
Die Einteilung in Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer ordnet Gemüse nach Stickstoffbedarf. Sie ist die Grundlage für eine sinnvolle Fruchtfolge: Im ersten Jahr bauen Starkzehrer den Boden ab, im zweiten Jahr nutzen Mittelzehrer die Restmenge, im dritten Jahr reichern Schwachzehrer (besonders Hülsenfrüchte) den Boden wieder an.
Starkzehrer
Brauchen 200 bis 300 kg Stickstoff pro Hektar (umgerechnet etwa 30 g pro m²). Typisch: Tomate, Paprika, Gurke, Kürbis, Zucchini, Kohl (alle Sorten), Lauch, Sellerie, Rhabarber, Kartoffel, Mais. Im Hochbeet im ersten Jahr ideal, im Bodenbeet nach Gründüngung oder Mistdüngung im Herbst.
Mittelzehrer
Brauchen etwa 100 bis 150 kg Stickstoff pro Hektar. Typisch: Möhre, Rote Bete, Kohlrabi, Rettich, Mangold, Spinat, Salat, Zwiebel, Knoblauch, Erdbeere, Fenchel. Folgen Starkzehrern als zweites Jahr im Beet. Brauchen keinen frischen Mist, eine Handvoll Kompost im Frühjahr reicht.
Schwachzehrer
Brauchen unter 50 kg Stickstoff pro Hektar. Typisch: Bohnen (Busch, Stangenbohnen), Erbsen, Linsen, Radieschen, Feldsalat, Kresse, Kräuter (Thymian, Salbei, Oregano), Petersilie. Hülsenfrüchte fixieren Luftstickstoff über Knöllchenbakterien an den Wurzeln und reichern den Boden wieder an. Ideale Vorfrucht für eine neue Starkzehrer-Runde im Folgejahr.
Drei-Jahres-Fruchtfolge
Beet A Jahr 1: Tomaten (Starkzehrer) plus Kompostdüngung. Beet A Jahr 2: Möhren (Mittelzehrer), kein zusätzlicher Dünger. Beet A Jahr 3: Buschbohnen (Schwachzehrer), reichern Stickstoff an. Beet A Jahr 4: wieder Starkzehrer. Drei Beete parallel laufen lassen, du erntest jedes Jahr aus jeder Kategorie.
Häufiger Fehler
Jedes Jahr Tomaten ins gleiche Beet zieht den Boden aus. Nach zwei bis drei Jahren bricht die Ernte ein, Pilzkrankheiten wie Braunfäule häufen sich. Wer keinen Platz für Fruchtfolge hat, baut Tomaten im Topf an und tauscht jährlich die Erde komplett aus.
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Starkzehrer im Gemüsegarten?
Tomate, Kürbis, Zucchini, Gurke, Kohl, Lauch, Sellerie, Paprika, Kartoffel. Sie alle brauchen reichlich Stickstoff und Kompost.
Warum sollte ich die Reihenfolge einhalten?
Starkzehrer auf ausgelaugtem Boden bringen kümmerlichen Ertrag. Die Drei-Jahres-Folge erhält die Bodenfruchtbarkeit ohne Kunstdünger.
Was passiert ohne Fruchtfolge?
Bodenmüdigkeit. Krankheiten wie Kohlhernie oder Tomatenmosaikvirus reichern sich im Boden an. Erträge sinken nach 2 bis 3 Jahren auf die Hälfte.
Welche Schwachzehrer reichern Stickstoff an?
Alle Hülsenfrüchte: Buschbohnen, Stangenbohnen, Erbsen, Linsen, Lupinen. Auch Klee und Wicken (als Gründüngung) gehören dazu.
Funktioniert das auch im Hochbeet?
Ja, sogar besser. Im ersten Jahr (frische Befüllung) Starkzehrer, im zweiten Mittelzehrer, im dritten Schwachzehrer. Nach 5 bis 7 Jahren komplette Neubefüllung.