Definition
Ein Hochbeet ist ein freistehendes Pflanzbeet, dessen Pflanzfläche 60 bis 100 cm über dem Boden liegt. Der Rahmen besteht aus Lärchen- oder Douglasienholz, verzinktem Stahl, Stein oder WPC. Innen befindest sich eine geschichtete Befüllung, die Verrottungswärme und Nährstoffe liefert.
Klassische Schichtung
Von unten nach oben: Grober Baumschnitt und Äste (20 cm), umgedrehte Rasensoden oder Laub (15 cm), halbreifer Kompost oder Mist (20 cm), reifer Kompost gemischt mit Gartenerde (15 cm), hochwertige Pflanzerde (20 cm). Eine Maschendrahtmatte am Boden hält Wühlmäuse fern. Innenseiten der Holzwand mit Noppenfolie schützen vor Feuchtigkeit.
Vorteile gegenüber Bodenbeet
Rückenschonende Arbeitshöhe spart Bandscheiben. Schnecken erreichen die Pflanzen schwerer (mit Kupferband am Rand fast nie). Der Boden erwärmt sich im Frühjahr zwei bis drei Wochen früher, du kannst also entsprechend früher säen. Die Erträge liegen je nach Kultur 20 bis 30 Prozent über Bodenbeet, weil Wurzeln in lockerer Erde tiefer wachsen.
Pflege übers Jahr
Im ersten Jahr sind die Nährstoffe hoch: Starkzehrer wie Tomaten, Zucchini und Kürbis fühlen sich wohl. Im zweiten Jahr Mittelzehrer (Möhren, Salat, Lauch). Im dritten Jahr Schwachzehrer (Bohnen, Erbsen, Kräuter). Nach 5 bis 7 Jahren sackt der Inhalt zusammen, dann komplett neu befüllen oder von oben mit Kompost und neuer Erde nachfüllen.
Häufiger Fehler
Viele füllen ein Hochbeet nur mit Pflanzerde aus dem Sack. Das funktioniert ein Jahr, dann sind die Nährstoffe weg und die Erde sackt um 30 cm. Die Schichtung mit Grobmaterial unten ist kein Trick, sie ist die Grundlage. Auch der Standort zählt: voll sonnig (mindestens 6 Stunden Sonne), windgeschützt, mit Wasserzugang in der Nähe.
Häufige Fragen
Wie hoch sollte ein Hochbeet sein?
Für bequemes Arbeiten 80 bis 90 cm. Höhere Beete (1 m) eignen sich für Rollstuhlfahrer oder Rückenkranke.
Was kommt unten ins Hochbeet?
Grober Baumschnitt und Äste als Drainageschicht. Darüber Rasensoden oder Laub, dann Kompost. Erst die obersten 20 cm sind Pflanzerde.
Welche Pflanzen passen ins erste Jahr?
Starkzehrer: Tomaten, Zucchini, Kürbis, Gurken, Paprika. Die Frische der Befüllung trägt sie durch die Saison.
Wie oft muss ich gießen?
An heißen Sommertagen täglich, weil ein Hochbeet schneller austrocknet als ein Bodenbeet. Tipp: Mulchen mit Stroh oder Grasschnitt reduziert den Wasserbedarf um 30 Prozent.
Wie lange hält ein Hochbeet?
Lärchenholz hält 8 bis 12 Jahre, Douglasie 10 bis 15. Metall- und Steinhochbeete halten 20 Jahre und länger. Die Innenseite mit Noppenfolie verlängert die Lebensdauer von Holz.