Wer im April schon eifrig Tomaten ins Beet pflanzt, riskiert in der zweiten Maiwoche alles wieder zu verlieren, die Eisheiligen sind nicht nur eine alte Bauernregel, sondern ein meteorologisch belegbares Wetterphänomen mit klaren Daten. 2026 fallen sie wie jedes Jahr auf den 11. bis 15. Mai. Wann genau du frostempfindliche Pflanzen unbeschadet ins Freie setzen kannst, hängt davon ab, wo in Deutschland du gärtnerst. In dieser Anleitung kommen alle Termine, eine Pflanzliste „vorher / nachher" und konkrete Notfall-Tipps bei spätem Bodenfrost.
Eisheiligen 2026: alle Daten auf einen Blick
Die fünf Eisheiligen liegen jedes Jahr auf festen Kalendertagen:
| Datum | Eisheiliger | Region |
|---|---|---|
| 11. Mai 2026 | Mamertus | Norddeutschland |
| 12. Mai 2026 | Pankratius | Norddeutschland |
| 13. Mai 2026 | Servatius | ganz Deutschland |
| 14. Mai 2026 | Bonifatius | Süddeutschland |
| 15. Mai 2026 | Kalte Sophie | Süddeutschland |
Im Norden gelten Mamertus und Pankratius als die kritischen Tage, im Süden Bonifatius und die Kalte Sophie. Als Faustregel gilt: ab dem 16. Mai 2026 ist Spätfrost statistisch sehr unwahrscheinlich. Wer auf Nummer sicher gehen will, wartet bis Mitte/Ende Mai mit dem Auspflanzen aller frostempfindlichen Gemüse- und Sommerblumenarten.
Was sind die Eisheiligen, und was steckt meteorologisch dahinter?
Hinter den fünf Heiligennamen verbirgt sich eine Bauernregel aus dem Mittelalter, die schlicht beobachtet hat, was viele Hobbygärtner heute noch erleben: Mitte Mai gibt es in Mitteleuropa fast jedes Jahr eine kurze Kaltphase. Der Deutsche Wetterdienst hat das Phänomen statistisch bestätigt, meist strömt um diese Zeit kalte Polarluft aus Nordosten nach Mitteleuropa ein, weil das Wasser der Nord- und Ostsee noch sehr kalt ist, während das Land sich bereits aufheizt. Daraus entstehen klare Nächte mit Werten knapp am Gefrierpunkt oder sogar Bodenfrost.
Wichtig zu wissen: die Eisheiligen sind keine Garantie, sondern eine Wahrscheinlichkeit. In manchen Jahren bleibt es warm, in anderen erwischt es einen besonders hart. Wegen des Klimawandels verschieben sich die Daten zudem leicht, die statistisch kältesten Tage liegen heute eher um den 8. bis 11. Mai als am Ende der traditionellen Eisheiligen-Periode.
Pflanzen, die du VOR den Eisheiligen 2026 setzen kannst
Frostfeste oder zumindest kältetolerante Pflanzen vertragen Temperaturen knapp über null Grad ohne Schäden. Diese kannst du ab März/April beruhigt aussäen oder einpflanzen:
- Gemüse: Möhren, Pastinaken, Radieschen, Spinat, Mangold, Erbsen, Kohlrabi, Kopfsalat, Pflücksalate, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Schnittlauch
- Kohlgewächse: Rosenkohl, Wirsing, Weißkohl (vorgezogen), Brokkoli
- Sommerblumen frostfest: Stiefmütterchen, Hornveilchen, Primeln, Vergissmeinnicht, Bellis
- Stauden: alle winterharten Stauden. Lavendel, Phlox, Astern, Salbei, Schafgarbe
- Beerenobst: Erdbeeren (auch jetzt noch pflanzbar), Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren
Bei der Anzucht im Haus oder Gewächshaus gilt: die Pflanzen vor dem Auspflanzen abhärten. Eine Woche tagsüber an einen schattigen Ort draußen stellen, nachts wieder ins Haus. So gewöhnen sie sich schrittweise an Wind, UV und Nachttemperaturen.
Pflanzen, die du erst NACH den Eisheiligen 2026 setzen darfst
Frostempfindliche Pflanzen reagieren auf bereits leichten Bodenfrost mit Wachstumsstopp, hängenden Blättern oder im schlimmsten Fall mit dem Totalausfall. Diese Klassiker müssen warten:
- Fruchtgemüse: Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen, Gurken, Zucchini, Kürbis, Melonen
- Bohnen: alle Sorten (Buschbohnen, Stangenbohnen, Feuerbohnen)
- Süßmais
- Kräuter empfindlich: Basilikum (auf jeden Fall warten!), Zitronenmelisse aus Anzucht, junge Topf-Rosmarinpflanzen
- Sommerblumen: Geranien, Petunien, Begonien, Dahlien, Gladiolen, Strohblumen, Studentenblumen (Tagetes), Lobelien
- Kübelpflanzen: Oleander, Engelstrompete, Olivenbäumchen, Bougainvillea, selbst wenn sie kurzfristig draußen standen, müssen sie bei Frostwarnung wieder rein
Eine pragmatische Regel: alles, was im Supermarkt oder Gartencenter erst Mitte Mai im Sortiment auftaucht, ist nicht früher pflanzbar. Wer trotzdem im April schon Tomaten kauft, sollte sie an einem hellen, geschützten Ort vorkultivieren und erst nach Mitte Mai ins Beet setzen.
Notfall: Was tun bei plötzlichem Spätfrost?
Wenn die Wettervorhersage Bodenfrost nach den Eisheiligen ankündigt, auch im Juni nicht ausgeschlossen, gibt es ein paar erprobte Schutzmaßnahmen:
- Vlies-Abdeckung: Gartenvlies (im Fachhandel als Frostschutzvlies erhältlich) am Abend über Pflanzen breiten, morgens wieder abnehmen. Hält bis zu vier Grad Temperaturunterschied.
- Eimer-Trick: Über einzelne Jungpflanzen einen umgedrehten Eimer oder Karton stülpen, wirkt wie ein Mini-Gewächshaus über Nacht.
- Mulchen: Eine dicke Schicht Rindenmulch oder Stroh isoliert den Wurzelbereich.
- Topfpflanzen reinholen: Geranien, Petunien & Co kurz in Garage, Treppenhaus oder ungeheizten Wintergarten verfrachten.
- Obstbaumblüten besprühen: Bei drohendem Spätfrost können Erwerbsobstbauern die Blüten morgens mit Wasser besprühen, der Gefrierprozess setzt Wärme frei und schützt die Blüten paradoxerweise. Im Hobby-Maßstab nur mit Vorsicht und nur wenn man früh genug aufstehen kann.
Klimawandel: verschieben sich die Eisheiligen?
Statistische Auswertungen der letzten 30 Jahre zeigen, dass die kältesten Tage im Mai sich tendenziell auf Anfang Mai (8. bis 11. Mai) verschoben haben. Die traditionellen Eisheiligen-Tage 14./15. Mai sind im langjährigen Mittel heute oft schon zu warm für Frost. Trotzdem: die Wahrscheinlichkeit für einen späten Frosteinbruch bleibt bestehen, und einzelne Extremjahre können bis weit in den Mai Frost bringen. Die Bauernregel als Orientierung funktioniert weiterhin, wer aber sehr genau plant, sollte zusätzlich auf die 10-Tage-Wettervorhersage seines Standorts schauen.
Häufige Fragen zu den Eisheiligen
Wann sind die Eisheiligen 2026 vorbei?
In Norddeutschland am 11. Mai 2026 (Mamertus). In Süddeutschland erst am 15. Mai 2026 mit der Kalten Sophie. Ab dem 16. Mai 2026 gilt es statistisch als sicher frostfrei.
Wann sind die Eisheiligen 2027?
Die Eisheiligen 2027 fallen wie jedes Jahr auf den 11. bis 15. Mai. Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Kalte Sophie. Die Termine sind fix, weil die Heiligennamen kalendarisch festgelegt sind. Auch 2027 gilt also: ab dem 16. Mai 2027 ist Spätfrost statistisch sehr unwahrscheinlich.
Welche Daten haben die Eisheiligen 2026?
11. Mai: Mamertus · 12. Mai: Pankratius · 13. Mai: Servatius · 14. Mai: Bonifatius · 15. Mai: Kalte Sophie. Diese Tage sind fix und wiederholen sich jährlich.
Was sind die Eisheiligen überhaupt?
Eine alte Bauernregel für eine wiederkehrende Kältewelle Mitte Mai. Meteorologisch erklärbar durch Polarluft aus Nordost und noch kaltes Nord-/Ostseewasser, was zu späten Frostnächten führt.
Welche Pflanzen darf ich vor den Eisheiligen setzen?
Frostfeste Pflanzen: Möhren, Erbsen, Spinat, Radieschen, Zwiebeln, Stiefmütterchen, winterharte Stauden, Erdbeeren und alle Kohlgewächse.
Welche Pflanzen erst nach den Eisheiligen?
Alle frostempfindlichen: Tomaten, Paprika, Gurken, Zucchini, Bohnen, Mais, Basilikum, Geranien, Petunien, Dahlien und alle mediterranen Kübelpflanzen.
Was tun bei plötzlichem Spätfrost?
Pflanzen mit Vlies oder umgedrehten Eimern abdecken, Topfpflanzen reinholen, Wurzelbereich mit Mulch isolieren. Bei Obstbäumen hilft morgens kontrolliertes Besprühen.
Fazit
Die Eisheiligen 2026 fallen wie immer auf den 11. bis 15. Mai. Wer sich an die einfache Regel "vor den Eisheiligen nur Frostfestes, nach den Eisheiligen alles" hält, vermeidet 95 Prozent aller Spätfrost-Verluste im Garten. Plane die Anzucht im Haus oder Gewächshaus so, dass deine Tomaten, Paprika und Geranien Mitte Mai pflanzbereit sind, dann kannst du sie ab dem 16. Mai entspannt ins Beet oder auf den Balkon setzen und die Gartensaison kann richtig beginnen.