Heißere Sommer, weniger Regen, mehr Hitzewochen am Stück: Wer im Garten nicht jeden Abend zur Gießkanne greifen will, plant mit Pflanzen, die Trockenheit von Natur aus aushalten. Hier kommen 12 Stauden, Halbsträucher und Kräuter, die heiße Sommer überstehen und nach dem Anwachsen kaum noch Pflege brauchen. Inspiriert durch das Video von Garten Staudinger, ergänzt um meine Erfahrungen aus dem Reihenhausgarten in Mülheim.

1. Blauraute (Perovskia atriplicifolia)

Halbstrauch mit silbergrauem, aromatischem Laub und hellblauen Blütenrispen ab Juli bis September. Wird 80 bis 120 cm hoch, sieht aus wie eine größere Variante des Lavendels. Will vollsonnig, durchlässig, mager. Im März auf 20 cm zurückschneiden, dann blüht sie reich. Bienenmagnet.

2. Färberkamille (Anthemis tinctoria)

Goldgelbe Margeritenblüten den ganzen Sommer über, feines fiederförmiges Laub. Eine kurzlebige Staude, die sich aber zuverlässig selbst aussät. Mag sonnig und mager, blüht in armen Böden am schönsten. Schöner Begleiter für Lavendel und Salbei.

3. Wollziest (Stachys byzantina)

Silberweiches, filzig behaartes Laub, das sich anfühlt wie Wolle. Wird 30 bis 40 cm hoch, blüht im Sommer rosa, eignet sich auch ohne Blüte als Strukturpflanze. Bodendecker für trockene, sonnige Hänge. Mag keine Staunässe, sonst fault das filzige Laub.

4. Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus)

Kompakter, halbkugeliger Halbstrauch mit silbergrauem, aromatisch duftendem Laub und gelben Knöpfchenblüten im Juni. Wird 40 bis 60 cm hoch. Perfekte Einfassungs- und Beetkanten-Pflanze. Im April hart zurückschneiden, sonst überaltert er und wird kahl von unten.

5. Sonnenbraut (Helenium autumnale)

Robuste Staude mit gelb-orangen, gänseblümchenartigen Blüten von Juli bis September. Wird bis 130 cm hoch, blüht ausdauernd auch in Trockenphasen. Mag sonnig, halbschattig geht auch. Verträgt mittlere Trockenheit gut, ist also nicht ganz so extrem wie die Halbsträucher hier, ein guter Kompromiss.

6. Brandkraut (Phlomis russeliana)

Auffällige Etagenstaude mit dicken, herzförmigen Blättern und stockwerkartig angeordneten gelben Blütenquirlen ab Juni. Wird 80 bis 100 cm hoch. Strukturpflanze, deren vertrocknete Blütenstände bis weit in den Winter dekorativ stehen bleiben. Ideal für naturnahe Beete.

7. Kugelamarant (Gomphrena globosa)

Einjährige Sommerblume mit kleinen, kugeligen Blütenköpfchen in Magenta, Weiß oder Lila. Wird 30 bis 60 cm hoch. Hält Hitze und Trockenheit erstaunlich gut aus, ohne zu vergeilen. Schöne Schnittblume, die auch getrocknet die Farbe behält. Im April im Haus vorziehen.

8. Sonnenröschen (Helianthemum)

Polsterstaude für sonnige, magere Standorte. Blüht von Mai bis Juli in Gelb, Rosa, Weiß oder Rot, ähnlich kleinen Heckenrosen. Bleibt mit 20 cm flach, ideal für Steingärten, Mauerkronen, sonnige Beeteinfassungen. Nach der Blüte zurückschneiden für eine zweite Blüte.

9. Goldgarbe (Solidago virgaurea)

Heimische Solidago mit dichten gelben Blütenkerzen ab August bis Oktober. Wird 40 bis 80 cm hoch, deutlich kompakter und unauffälliger als die wuchernde amerikanische Goldrute. Pollenquelle für Bienen im Spätsommer, wenn andere Blüten schon durch sind.

10. Steppensalbei (Salvia nemorosa)

Klassiker für trockene Standorte. Tiefviolette Blütenkerzen ab Mai bis Juli, mit zweiter Blüte nach Rückschnitt im August. Wird 40 bis 60 cm hoch. Mit Lavendel, Katzenminze und Schafgarbe ein perfekter Trio-Look fürs sonnige Beet.

11. Färberhülse (Baptisia australis)

Sehr langlebige Staude mit indigoblauen Schmetterlingsblüten ab Mai und attraktiven schwarzen Samenständen im Herbst. Wird 90 bis 120 cm hoch. Tiefes Wurzelsystem macht sie nach drei Jahren extrem trockenheitsfest. Pflanzen, vergessen, jedes Jahr freuen.

12. Ziest (Stachys officinalis)

Kompakter Verwandter des Wollziests, ohne den filzigen Belag. Wird 40 bis 60 cm hoch, blüht ab Juni rosa-violett. Anspruchslos, robust, lockt Hummeln und Schmetterlinge an. Hübsche Strukturpflanze für naturnahe Staudenbeete.

Pflanzpraxis: Was du beim Setzen beachten musst

Im ersten Jahr nach der Pflanzung auch trockenheitsresistente Stauden gießen, sonst wurzeln sie nicht tief genug. Pflanzloch mit grobem Sand oder Splitt versetzen, damit Wasser ablaufen kann. Eine 3 cm dünne Mulchschicht aus mineralischem Material (Splitt, Lavakies) hält Boden warm und unterdrückt Unkraut, ohne Feuchtigkeit zu halten. Im März einmal pro Jahr eine Handvoll Kompost pro Quadratmeter reicht als Düngung.

Fazit

Eine Beetfläche aus diesen 12 Arten kombiniert silbergraue, blaue, gelbe und rosa Töne von Mai bis Oktober. Nach zwei Jahren brauchst du im Hochsommer kaum noch zu gießen, höchstens in extremen Hitzewochen. Die Bienen und Schmetterlinge danken es dir, weil viele Sorten in der späten Saison blühen, wenn klassische Beetstauden längst durch sind.

Häufige Fragen

Welche Pflanzen brauchen am wenigsten Wasser?

Halbsträucher wie Blauraute, Heiligenkraut und Wollziest sowie Stauden wie Steppensalbei, Färberhülse und Ziest brauchen nach dem Anwachsen kaum noch zusätzliches Wasser. Sie überstehen mehrere Wochen ohne Niederschlag.

Wann setze ich trockenheitsresistente Pflanzen?

Ideal ist Frühjahr (März bis Mai) oder Herbst (September bis Oktober). Im Sommer pflanzen funktioniert auch, du musst dann in den ersten zwei bis vier Wochen aber regelmäßig gießen, bis die Wurzeln sich etabliert haben.

Muss ich trockenheitsresistente Pflanzen düngen?

Eher zurückhaltend. Die meisten dieser Arten stammen aus mageren Standorten und vertragen keine starke Düngung. Eine Handvoll Kompost im Frühjahr pro Quadratmeter reicht. Mehr Stickstoff macht die Pflanzen weich und anfällig.

Welcher Boden passt für trockenheitsresistente Stauden?

Durchlässig und nicht zu nährstoffreich. Schwere, lehmige Böden vorher mit Sand und Splitt mischen, sonst stehen die Wurzeln im Winter zu nass und faulen. Drainage ist wichtiger als Düngung.

Kann ich trockenheitsresistente Pflanzen auf dem Balkon halten?

Ja, im Topf mit mindestens 8 Litern Volumen. Sandige Pflanzerde mit 30 Prozent Splitt mischen. Wichtig: gute Drainage am Topfboden, sonst funktioniert das Prinzip nicht. Im Winter regengeschützt aufstellen.