Spritzgurke: Gefahren und Chancen in der Medizin – Was Sie wissen müssen

Spritzgurke: Gefahren und Chancen in der Medizin – Was Sie wissen müssen

Foto/Video: Wolfgang Dibiasi (Youtube)

Die Spritzgurke gehört zur Familie der Kürbisgewächse, zu der auch handelsübliche Gurken, Zucchini und Kürbisse zählen. Anders als ihre gängigen Verwandten besitzt die Spritzgurke jedoch eine bemerkenswerte Eigenschaft, die ihr den ungewöhnlichen Namen verleiht: Sie explodiert regelrecht bei Berührung. Verantwortlich hierfür ist ein hoher innerer Druck, der sich während des Reifeprozesses innerhalb der Pflanze aufbaut. Sobald die Samen vollständig entwickelt sind, entsteht an der Basis der Gurke eine sogenannte Sollbruchstelle, wodurch bereits eine minimale mechanische Einwirkung ausreicht, um den Druck blitzartig freizusetzen. Dabei schleudert die Pflanze Samen und Flüssigkeit bis zu zehn Meter weit und erreicht Geschwindigkeiten von etwa 70 km/h.

Toxische Gefahren der Spritzgurke

Die Spritzgurke birgt erhebliche gesundheitliche Risiken. Insbesondere der Kontakt ihrer abgesonderten Flüssigkeit mit den menschlichen Schleimhäuten oder Augen kann zu akuten gesundheitlichen Beschwerden führen. Zu den möglichen Folgen gehören schwere Reizungen der Schleimhäute, Schwellungen, übermäßiger Speichelfluss sowie Bindehautentzündungen oder sogar vorübergehende Beeinträchtigungen des Sehvermögens. Gelangt das Gift der Pflanze versehentlich in die Atemwege, kann dies im schlimmsten Fall zu lebensbedrohlichen Atembeschwerden führen. Tatsächlich wurden bereits tödliche Vergiftungen dokumentiert, die meist dadurch zustande kamen, dass Betroffene die Pflanze eigenständig zu therapeutischen Zwecken einsetzen wollten und dabei unbeabsichtigt überdosierten.

Darüber hinaus sind es primär die sogenannten Cucurbitacine, eine Gruppe von toxischen Bitterstoffen, welche für die Giftigkeit dieser Pflanze verantwortlich zeichnen. Diese Bitterstoffe kommen prinzipiell auch in anderen Vertretern der Kürbisgewächse vor, allerdings wurden sie bei essbaren Sorten durch Züchtung nahezu eliminiert. Dennoch bestehen Risiken, da durch unerwünschte Kreuzungen mit Wildtypen oder Rückkreuzungen diese Giftstoffe wieder auftreten können. Vorsicht ist daher geboten bei spontan produzierten Pflanzen aus selbst gewonnenem Saatgut. Es wird empfohlen, ausschließlich zertifiziertes Saatgut zu nutzen und bei bitterem Geschmack von Kürbissen, Gurken oder Zucchini auf deren Verzehr zu verzichten.

Potenzial für medizinische Anwendungen

Trotz ihrer starken Giftigkeit verfügt die Spritzgurke über vielversprechende Inhaltsstoffe, welche künftig eine große Rolle in der medizinischen Forschung spielen könnten. Ihre bioaktiven Substanzen zeigen eine Reihe potenziell gesundheitsfördernder Eigenschaften: antioxidativ, entzündungshemmend und antimikrobiell. Besonders beachtenswert sind hierbei ihre möglichen Anwendungen in der Krebsbehandlung. Studien konnten bereits zeigen, dass Bestandteile der Spritzgurke das Zellwachstum verschiedener Krebsarten, darunter Brust-, Prostata-, Darm- und sogar aggressiver Gehirntumore, wirksam hemmen können.

Die Wirkungsweise beruht auf einem gezielten Eingriff in die Zellzyklussteuerung und Signalwege wie den MAP-Kinase- und den PI3K-Signalweg. Des Weiteren fördern die Wirkstoffe die sogenannte Apoptose – einen natürlichen Mechanismus des kontrollierten Zelltods, der auch von körpereigenen Immunzellen genutzt wird, um entartete Zellen zu beseitigen, die aber bei Tumorerkrankungen oft nicht zuverlässig arbeitet. Eine zentrale Herausforderung für die Wissenschaft besteht aktuell darin, die therapeutischen Komponenten der Spritzgurke sicher nutzbar zu machen, etwa indem man sie isoliert und chemisch modifiziert, sodass ihre Giftigkeit möglichst reduziert wird, während ihre Wirksamkeit erhalten bleibt.

Alternativen aus der Natur: EGCG

Bis diese wissenschaftlichen Fragestellungen abschließend geklärt wurden, gibt es bereits weniger giftige Alternativen, die ähnliche Wirkweisen aufweisen. Ein bekannter Vertreter ist das Epigallocatechingallat (EGCG), ein pflanzlicher Inhaltsstoff, der hauptsächlich in Grüntee vorkommt. Wissenschaftliche Untersuchungen wiesen nach, dass auch EGCG in ähnliche zelluläre Signalwege wie die Spritzgurke eingreift und ebenfalls die Apoptose in Krebszellen auslösen kann.

Studien beobachten zudem, dass regelmäßiger Konsum von grünem Tee mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit verbunden ist, an bestimmten Krebsformen zu erkranken. EGCG gilt zudem als sicher in der Anwendung; zur Wirkverbesserung wird es oft liposomal verabreicht. Derzeit etabliert sich EGCG als vielversprechendes natürliches Hilfsmittel zur Vorbeugung und potenziellen Therapieunterstützung von Tumorerkrankungen, solange die Spritzgurke und ihre vielversprechenden, aber giftigen Inhaltsstoffe noch erforscht und optimiert werden.

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